Feb 26 2014

Aurubis rät dazu, Chinas Bestandsentwicklung zu beobacht


Der Kupferkonzern Aurubis rät in seiner neuesten Kupfermail dazu, in nächster Zeit vor allem die Entwicklung der Kupferbestände in China im Auge zu behalten. Die Situation am Kathodenmarkt zeige sich aktuell zwar etwas entspannt, dies habe jedoch eher seine Ursache im Umfeld des chinesischen Neujahrsfestes. Im Januar sei mit Einfuhren von 397.000 Tonnen raffiniertem Kupfer die zweithöchste je verzeichnete Importmenge (Höchstwert: 407.000 Tonnen im Dezember 2011) erreicht worden, wozu in erheblichem Maße die Nutzung von Kupfer für Finanzgeschäfte beigetragen habe. In der Folge hätten sich die Kupferbestände in den Zolllagern Shanghais nach Schätzungen auf 600.000 bis 650.000 Tonnen und die Vorräte bei der Shanghai Futures Exchange auf aktuell 194.000 Tonnen erhöht. Es sei am Markt aber auch von Käufen des chinesischen State Reserve Bureaus die Rede. Noch seien nicht alle industriellen Aktivitäten in China nach der Feiertagspause wieder auf normalem Niveau angelangt, so dass es Aurubis für zu früh hält, hieraus gleich auf eine weitere Verlangsamung des Wirtschaftswachstums zu schließen. Das besondere Augenmerk sollte deshalb nach Ansicht des deutschen Kupferproduzenten auf die weitere Bestandsentwicklung in China gerichtet sein. Ein Wiederaufleben der physischen Nachfrage dürfte sich dort zuerst bemerkbar machen. Spannend bleibe auch, ob sich der Abwärtstrend bei den Kupferbeständen der London Metal Exchange fortsetzt. Inzwischen sei hier ein Stand von rund 280.000 Tonnen erreicht worden, von denen 162.000 Tonne zur Auslieferung angemeldet sind.

Als weiteres wichtiges Thema, das seit Januar den Markt bewegt, nennt Aurubis die Einführung einer progressiven Exportsteuer auf Kupferkonzentrate in Indonesien. Diese habe dazu geführt, dass die indonesischen Exporte an Kupferkonzentraten vorerst zum Erliegen gekommen seien. Betroffen sei eine nationale Minenproduktion von rund 40.000 Tonnen Kupfer im Monat bzw. von 500.000 Tonnen (2013) Kupfer im Jahr. Hiervon können laut Aurubis allerdings etwas weniger als die Hälfte in der einzigen Hütte Indonesiens verarbeitet werden. Ob wirklich, wie verlangt, bis 2017 neue Hüttenkapazitäten für Kupfer im Land entstehen werden, ist nach Einschätzung von Aurubis völlig offen, auch wenn das Bergbauunternehmen Freeport McMoran angekündigt habe, dort einen Smelter zu bauen. Derartige Investitionen seien sehr kapitalintensiv, verlangten für ausländische Investoren eine hohe Risikoabsicherung, dürften staatliche Unterstützung oder Subventionen erfordern und seien zudem mit umfangreichem Knowhow-Bedarf verbunden.Dies alles zusammen seien keine optimalen Voraussetzungen für eine schnelle Realisierung, kommentieren die Hamburger. Nach der erfolgten Absichtserklärung seien hinsichtlich des Exports Zugeständnisse gemacht worden, so dass Freeport die Lieferungen bald wieder aufnehmen dürfte.

Am Markt für Kupferkonzentrate werde dennoch sehr genau auf die weitere Entwicklung in Indonesien geachtet, obwohl man andererseits auch von einer weltweit guten Minenproduktion in diesem Jahr ausgehe. Diese werde gespeist von zahlreichen Erweiterungen und neuen Projekten. Zudem seien die globalen Konzentratbestände hoch und die Hütten wiesen insgesamt eine umfassende Versorgung auf.

Abschließend konstatiert Aurubis in der neuen Kupfermail, dass sich der Bedarf am europäischen Markt für Kupferprodukte der Bedarf auch nach Abschluss der Jahresverhandlungen positiv entwickele. Das Geschäftsklima in der deutschen Elektroindustrie, die eine wesentlicher Nachfrager sei, habe im Januar noch einmal deutlich zugelegt und sei auf den höchsten Stand seit fast zwei Jahren geklettert.

MBI/12/mol/26.2.2014




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